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Die Reallast: Richtig (Ver)Erben und Schenken

23. November 2013

Irgendwann wird jede Immobilie ein Erbgut. In der Regel erben die Nachkommen der Eigentümer und dies kann nicht zuletzt mit einer Erbsteuer verbunden sein. Dieser könnte der Erbe umgehen und von dem Wohneigentum schon vor dem Ableben der Besitzer profitieren. Damit diese am Ende aber nicht in die Röhre sehen müssen, gibt es dafür einen besonderen Kniff: Die Reallast.

Auch die erwachsenen Kinder möchte man unterstützen und das Elternhaus soll möglichst in der Familie bleiben. Aber eine Erbschaftssteuer will da auch erst mal bezahlt werden. Diese fällt vor allem auch bei Kindern, Enkeln und Ehepartnern an, wenn diese die Immobilie nicht selbst nutzen. Um diese trotzdem zu umgehen müssten die erben umgehend einziehen.

Erbschaftssteuer geschickt umgehen

Sollte dies nicht gewünscht sein und die Immobilie soll nach dem Ableben der Eigentümer vermietet oder verkauft werden, fällt Erbschaftssteuer an. Nun lässt sich darüber nachdenken, ob eine Schenkung Sinn macht. Eine Schenkung macht vor allem bei einer größeren Erbengemeinschaft Sinn. Ist in solchen Fällen keine Einigung zu erzielen, muss das Objekt meist verkauft oder versteigert werden. Dann ist es ratsam, das Wohneigentum schon vorher zur verschenken. Mit einigen Kniffs kann man mit der Schenkung richtig Geld sparen.

Dennoch will der Lebensabend in der eigenen Immobilie verbracht werden und der eine oder anderen Vorteil der eigenen vier Wände behalten werden. Darüber berichtete die WAZ.
Eine profitable Möglichkeit bietet die Reallast. Dies ist laut § 1105 BGB eine Verpflichtung, mit der ein Grundstück belastet und im Grundbuch eingetragen wird. Dies können Geld- oder Sachwerte sein, aber auch Rechte, wie Nutzungs- und Wohnrechte.

Sich vorher unbedint beraten lassen

In der Praxis heißt dies, dass ein Grundbesitz schon zu Lebzeiten auf den Erben überschrieben wird, also praktisch eine Schenkung darstellt. Trotzdem können die ehemaligen Besitzer weiter in ihrer Immobilie wohnen oder von dieser in einer anderen Art und Weise profitieren.
Bei Nichtwahrnehmung der Verpflichtungen durch die Reallast können rechtliche Schritte eingeschlagen werden und der ehemalige Eigentümer kann im Notfall den überschrieben Grundbesitz zur Zwangsversteigerung bringen.

Da die Reallast mit sehr komplexen Regeln und Rechten behaftet ist, empfiehlt es sich, sich vorab von einem Steuerberater oder einem Notar beraten zu lassen. Die vertragliche Vereinbarung der Reallast sollte ebenso im Beisein eines Notars festgelegt werden.

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